Altabt Gottfried zu Besuch bei den Zisterzienserinnen in Bolivien

Im Juli und August 2013 war ich wieder in Bolivien. Es war die achte Reise seit 1993. Mir ist es ein Anliegen, dass die Verbindung von Wilhering mit Bolivien aufrecht bleibt, weil die Bolivienmission ein Teil unserer Klostergeschichte ist.

Altabt Gottfried zu Besuch in Santa Catalina

Altabt Gottfried zu Besuch in Santa Catalina

70 Jahre lang waren Patres unseres Konventes in Bolivien tätig, seit Titularabt Justin Wöhrer im Jahr 1928 nach Bolivien gegangen ist. Er ist 1943 in Apolo gestorben. Eine Reihe weiterer Mitbrüder ist ihm gefolgt, unter anderem P. Gotthard Kaiser, der 1973 im Mapirifluss bei einem Bootsunglück ertrunken ist, ebenso P. Nivard Preining und andere.
Leider ist es zu keiner dauerhaften Gründung eines Männerklosters gekommen. Aber in Apolo und in La Paz sind heute zwei Zisterzienserinnenklöster, die ohne das Wirken von Abt Justin nicht bestehen würden.

Jeder Besuch in Bolivien gilt vor allem den beiden Klöstern der Zisterzienserinnen.
Die kleine Gemeinschaft in La Paz kann auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken. Vier deutsche Schwestern aus Seligenthal und vier bolivianische Schwestern leiten eine Schule mit 4500 Schülerinnen und Schülern. Das Colegio Ave Maria in La Paz ist eine sehr angesehene Schule und in La Paz gut integriert.

La Paz – Zisterzienserinnen im Colegio Ave Maria

La Paz – Zisterzienserinnen im Colegio Ave Maria

Meine zweite Station ist immer das Kloster der Zisterzienserinnen in Apolo – 420 km nördlich von La Paz. Die 12-stündige Fahrt mit einem Jeep, die auf oft unwegsamen Straßen von einer Höhe von 4500 m auf 850 m hinabführt, und durch den Urwald geht, bringt immer manche Überraschungen mit sich.

Apolo – Zisterzienserinnen vor der Klosterkirche

Apolo – Zisterzienserinnen vor der Klosterkirche

Das Kloster Apolo, das auf etwa 1450 m liegt, hat ein sehr angenehmes Klima. Die letzte deutsche Schwester ist Sr. Veronika mit 92 Jahren, die anderen acht sind Bolivianerinnen. Sie leben von der Landwirtschaft, sind mit der Bevölkerung verbunden, führen ein kleines Internat für Buben und Mädchen, die in Apolo die Schule besuchen und betreuen Gäste. Sie fühlen sich nach wie vor mit Wilhering verbunden und pflegen auch die Gräber unserer Mitbrüder, die hier beerdigt sind.

Apolo – Zisterzienserinnen mit Schülern des Internats

Apolo – Zisterzienserinnen mit Schülern des Internats

Bolivien ist ein faszinierendes Land, aber es hat noch einen weiten Weg der Entwicklung vor sich. Lebensfreude, aber auch Armut kennzeichnen das Land. Durch die gastfreundliche Aufnahme in beiden Konventen fühlt man sich hier bald daheim, und man findet auch unmittelbaren Zugang zur Bevölkerung.
Inzwischen haben sich zwei Mitbrüder aus Bolivien unserem Konvent angeschlossen, P. Justin und Fr. Magnus.

Stift Wilhering, 21.08.2013 – P. Gottfried

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