Auf den Spuren der frühen Zisterzienser in Burgund

Vom 2. – 7. September 2013 waren Abt Reinhold, P. Justin, P. Otto und Fr. Magnus mit 50 Pilgern aus Gramastetten, Eidenberg und Neußerling unterwegs in Burgund.
P. Otto hat diesen kurzen Reisebericht verfasst.

Früh war es und noch finster, als wir unsere Koffer am 2. September in den Kofferraum luden. Den ganzen Tag sollten wir unterwegs sein, quer durch Deutschland, um dann vor Karlsruhe nach Süden abzudrehen und nach 14 Stunden Fahrt im Raum Auxerre anzukommen. Die Anreise verlief, wie man sich solche Reisen wünscht: anstrengend, ohne Zwischenfälle und doch mit dem Gefühl der Erleichterung, die erste Etappe hinter sich zu haben.

Hôtel Dieu in Beaune

Hôtel Dieu in Beaune

In den folgenden Tagen war nach einem täglichen geistlichen Morgenimpuls unser Programm geprägt von einer Mischung aus den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Burgunds, wie z. B. der Stadt Dijon, dem Hôtel Dieu in Beaune, Auxerre und Vezelay mit ihren beindruckenden Kirchenbauten, und den Wurzeln des Zisterzienserordens mit seinem Voranfang in Cluny, dem ersten Kloster in Citeaux, von dem sich übrigens der Name „Cistercienser“ ableitet, Pontigny, einer der vier Primarabteien, und schließlich dem noch sehr gut erhaltenen Kloster Fontenay.

Kreuzgang in Fontenay

Kreuzgang in Fontenay

Natürlich gehörte für uns zu einer Pilgerfahrt auch der Besuch von Taizé, wo wir am Grab von Frère Roger seiner beeindruckenden Lebensleistung gedachten.

Am Grab von Frère Roger Schutz in Taizé

Am Grab von Frère Roger Schutz in Taizé

Mir persönlich werden besonders die Hl. Messen in Pontigny und Citeaux in Erinnerung bleiben, weil sich in der Eucharistie etwas Zeitloses ereignet, das uns mit den Mönchen aus allen Epochen verbindet, die an diesem Ort einst gewirkt haben.

Abtei Citeaux

Abtei Citeaux

Diesen Eindruck hatte ich auch beim Gesang des Gregorianischen Chorals, der sich seit dieser Zeit nicht viel verändert hat und mit dem wir die Vergangenheit wieder zum Klingen brachten.

Kathedrale Saint-Étienne

Kathedrale Saint-Étienne

Aus kirchengeschichtlicher Sicht ist Burgund ein Land der Extreme: Von radikaler Auslöschung  durch den Kulturkampf der Französischen Revolution bzw. konservierter und mahnender Zerstörung bis hin zu blühendem Neubeginn in Taizé oder bei der Johannesgemeinschaft; all das findet sich so in Österreich, einem Land, das in der Geschichte offensichtlich viel stärker den Ausgleich der Kräfte gesucht hat, nicht.
D
ie Rückreise führte uns über die Schweiz, Liechtenstein und das Dreiländereck wieder sicher zurück nach Gramastetten. In Erinnerung werden mir sicherlich die vielen wirklich herzlich netten und offenen Mitpilger bleiben, die ich im Laufe der Reise kennenlernen durfte, auch – das möchte ich nicht unerwähnt lassen – weil sie uns gegenüber so großzügig waren.

13.09.2013 P. Otto

PS.:
Reisebericht und Bildergalerie auf der Pfarrwebsite Gramastetten (16.09.2013)
Bericht und Fotos auf der Website Gramastetten (12.09.2013)
cb

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