Kunst in Wilhering – Das Chronogramm
Das Chronogramm auf dem Kirchturm der Stiftskirche Wilhering
über dem großen Mittelfenster
DEO VNI TRINOQVE
CODITORI ADVOCATAE
VIRGINI EREXIT
I.B. A.H.
Dem Gott, dem einzigen und dreifaltigen,
dem Schöpfer, der Fürsprecherin,
der Jungfrau hat [diesen Bau] errichtet
I[oannes] B[aptista] A[bbas] H[ilariensis]
(Johann Baptist, Abt von Wilhering)
1738
Ein Chronogramm ist ein lateinischer Satz,
in dem die Buchstaben, die zugleich römische Zahlen sind,
zusammengezählt eine Jahreszahl ergeben.
Die Kunst des Chronogramms wird in der Gegenwart
von P. Christian Brandstätter gepflegt: aktuelle Chronogramme.
Beitrag über das Chronogramm: Cursor 2017.
PS.: Der Chronogramm-Assistent hilft beim Verfassen von Chronogrammen.
27.05.2017 cb
Abt Reinhold Dessl wurde zum Vorsitzenden
der Regionalkonferenz der Männerorden in Oberösterreich gewählt.
Nach 25 Jahren übergibt der bisherige Vorsitzende Abt Martin Felhofer vom Stift Schlägl
den Vorsitz der Regionalkonferenz der Männerorden in Oberösterreich
an den Abt des Stiftes Wilhering Reinhold Dessl.
Am 16. Mai 2017 haben die Mitglieder im Karmelzentrum in Linz gewählt.
Zum Stellvertreter wurde der Jesuit P. Peter Gangl gewählt.
Bericht Ordensgemeinschaften 16.07.17
Bericht Diözese Linz 17.05.17
Bericht OÖNachrichten 18.05.17
Die Umarmung des Auferstandenen
Maria Magdalena steht vor dem Grab und weint. Als Jesus vor ihr steht, meint sie, es sei der Gärtner. Erst als Jesus ihren Namen ausspricht, da geht ihr ein inneres Licht auf und sie spricht Jesus als „Rabbuni“, als „Meister“ an. Er umarmt gleichsam ihr Inneres. Äußerlich kann sie ihn nicht mehr festhalten, denn er geht zu seinem und unserem Vater.
Der Auferstandene möchte auch heute uns Menschen in unserem Herzen ansprechen. Er ist gegenwärtig als innerste Mitte und Herz seiner Kirche, sonst würde es diese Kirche mit all ihren Grenzen und Sünden schon lange nicht mehr geben. Glaube und Zweifel, Angst und Hoffnung, Freude und Trauer sind nach wie vor Realitäten von uns Menschen und Christen und werden es bleiben. Und doch gibt es so etwas wie eine innere Umarmung, die uns in Ansätzen jetzt schon die Gegenwart des Auferstandenen erahnen lässt.
Manche Bilder und Statuen von Kreuzesdarstellungen sind so gestaltet, dass sich der Gekreuzigte vom Kreuz löst und mit seinen Armen Menschen umarmt, die vor ihm stehen oder vor ihm knien. Der hl. Franziskus oder auch unser Ordensvater, der hl. Bernhard von Clairvaux, werden gelegentlich so dargestellt. Damit wird eine österliche Erfahrung ausgedrückt, die nicht nur für große Heilige Geltung hat: Ostern ist das Fest der offenen und ausgestreckten Arme Gottes. Jesus, der den Weg des Leidens und Sterbens gegangen ist, streckt sich dem Menschen entgegen und sagt zu ihm: Du, Mensch, ich liebe dich. Ich kann mich hineindenken in dich und ich lasse dich auf deinem Weg nicht allein.
In diesem Sinn wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest.
Abt Reinhold Dessl
Am Ende der Amtszeit von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
ein kleiner Rückblick auf Begegnungen mit Äbten und Patres des Stiftes Wilhering.
Fotogalerie auf Facebook Stift Wilhering
cb
Weihnachtsbotschaft von Abt Reinhold Dessl
Gottes barrierefreier Zugang zum Menschen
In allen Religionen begegnet man Gott in verschiedener Form. Aber nie wurde der Abstand zwischen Gott und Mensch aufgehoben, immer ist eine Barriere geblieben. Von Jesus von Nazareth können wir sagen, er ist der „barrierefreie Zugang Gottes zu den Menschen“. In ihm ist der unendlich ferne und unnahbare Gottes unendlich nahegekommen, sodass gleichsam „kein Blatt Papier mehr zwischen Gott und Mensch passt“. „Fürchtet euch nicht, heute ist euch der Retter geboren.“ Oder wie es der Evangelist Johannes in theologischer Sprache ausdrückt: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“
Begegnung setzt in Bewegung
Diese Begegnung Gottes mit den Menschen bewegt und setzt andere in Bewegung. Als Erste machen sich die Hirten auf den Weg. Es sind nicht die Theologen aus Jerusalem, die sich zum Kind in der Krippe aufmachen, sondern es sind die Menschen am Rande. Sie, die etwas im Zwielicht stehen und die man für unreligiös hält, kommen als Erste zum Kind. Es ist also kein Highsociety-Treff, auch kein Theologenkongress. Um zum Kind in der Krippe zu kommen, braucht man kein Vorwissen und keine besonderen Vorleistungen. Es genügt, von der Sehnsucht des Herzens angetrieben zu werden und vielleicht auch seine eigene Armut zu erkennen.
Der Blick in die Weihnachtskrippe ist also nicht nur ein frommer Brauch, den man mit dem Fest der Heiligen Drei Könige wieder beendet. Der Blick in die Krippe sagt etwas Bleibendes aus, das auch für die Zeit nach Weihnachten gilt: „Du, Mensch, ich schenke mich dir, mit all meiner Liebe. Ich strecke mich dir in der entwaffnenden Gestalt eines Kindes entgegen. Ich lade dich ein, dich nicht in dich selbst zu verschließen, sondern offen zu werden für echte Begegnung mit mir und mit den Menschen. Du, Mensch, ich lade dich ein, dich nicht von der Angst und vom Hass verführen zu lassen, sondern der Liebe mehr zu trauen als der Angst.“ Wie hat doch der deutsche Bundespräsident nach dem schrecklichen Attentat diese Woche gesagt: „Der Hass der Täter wird uns nicht zum Hass verführen.”
Das Lob Gottes als Antwort
„Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.“ Die Hirten haben das Begegnungsangebot Gottes verstanden. „Sie rühmten ihn und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten.“ Zuwendung verlangt nach einer Antwort. Begegnung will nicht ins Leere gehen.
Vor wenigen Wochen habe ich in Wien bei einer Ordenstagung Bischof Kräutler aus Brasilien erlebt. Inzwischen ist er Altbischof. Wir kennen sein Engagement für die Indios am Amazonas und seine Zuwendung zu den Armen. Was für Bischof Kräutler aber genauso wichtig und die Quelle seine Engagements ist, das sind seine Kraftquellen in der Begegnung mit Gott. Er hat davon gesprochen, dass er auf seinen Fahrten durch den Urwald zu den Eingeborenen auch den Rosenkranz betet und sich zuhause immer wieder vor den Tabernakel mit dem Allerheiligsten hinsetzt und einfach still wird vor Gott. „Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten.“
Wenn Gott schon dem Menschen einen barrierefreien Zugang gewährt, dann kann doch die Reaktion des Menschen nicht anders sein als Rühmen und Preisen für alles, was man zu Weihnachten hören und sehen kann. Das Lob Gottes erwächst wie von selber aus dem Weihnachtsgeheimnis.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest
und alles Gute im kommenden Jahr.
Abt Reinhold Dessl
Christmette in der Heiligen Nacht um 23 Uhr in der Stiftskirche
Pontifikalamt am Christtag um 10 Uhr in der Stiftskirche
Weihnachtskrippe in der Stiftskirche
23.12.2016 cb



